Die Kalklandschaft als Broterwerb

Kalkstein diente als Baustein und Mörtel, Kreide als Farbe und Schulkreide, und aus Feuerstein fertigten unsere prähistorischen Vorfahren Werkzeuge und Waffen. 

Dänemark hat keine Rohstoffe, heißt es oft, aber das ist nicht ganz richtig. Seit dem Mittelalter hat man bei Stevns Klint sowohl Kreide als auch Kalk abgebaut, und auch vom Feuerstein-Vorkommen konnte man profitieren.

Alle drei Rohstoffe waren an der Steilküste leicht zugänglich, und der Kalk war zudem so hart, dass er sich sowohl als Baustein sägen als auch als Mörtel brennen ließ. Damit bedeutete Stevns Klint für viele Menschen den Lebensunterhalt.

Die Voraussetzungen für die Gewinnung von Rohstoffen auf Stevns waren gut, da sich das Gut Gjorslev Gods bereits frühzeitig die Rechte am Untergrund sicherte. 1892 verpachtete man den Abbau an die Firma Faxe Kalk A/S, die über große Erfahrungen in der Branche verfügte. Heute ist der letzte noch aktive Steinbruch bei Stevns Klint an ein Schweizer Unternehmen verpachtet.

Die großen Kalkminen in Jütland lieferten vor allem den Rohstoff für gebrannten Kalk, während das Kreide- und Tonvorkommen rund um Ålborg seit den 1880er Jahren für eine gewaltige Zementindustrie genutzt wurde. Die Kreide von der Insel Møn wurde nie abgebaut.
 

Kalk

Im Laufe der Jahrhunderte haben die Bewohner von Stevns Kalkstein als Baumaterial aus der Steilküste gewonnen. Es begann mit dem Bau von Kirchen und Burgen während des Mittelalters – etwa 100 Kirchen auf Seeland sowie die kreuzförmige Burg auf Stevns, Gut Gjorslev Gods, wurden aus Kalkstein von Stevns Klint erbaut. Kalk von Stevns Klint wurde auch zu Mörtel und Düngekalk verarbeitet.

Kreide

Kreide bedeutete im Laufe der Zeiten die größte Einnahmequelle für Stevns Klint. Kreide finden in vielen Produkten Anwendung und entwickelte sich frühzeitig zu einem wichtigen Rohstoff für Kitt, Malerfarbe und Putzmittel. Ausländische Schiffe, die Bauholz nach Kopenhagen transportierten, wurden auf dem Rückweg häufig mit Rohkreide beladen. Auf diese Weise war die Kreide Teil eines Handelskreislaufs.

Feuerstein

Der Mensch nutzte Feuerstein in Laufe der Zeiten zu unterschiedlichen Zwecken – so fertigte man in prähistorischer Zeit Geräte und Waffen aus Feuerstein an. Reiche Vorkommen des Gesteins galten als wertvolle Handelsware. Mitte des 17. Jh. begann man wieder damit, Feuerstein für Waffen zu nutzen. Die damaligen modernen Schusswaffen benötigten eine Zündhilfe, und zu diesem Zweck war das Gestein bestens geeignet – genau wie bei Feuerzeugen. Im 18. Jh. belieferten Kleinbauern von Stevns das Zeughaus in Kopenhagen mit großen Mengen an sogenanntem Zündstein. Auf Stevns wurde Feuerstein auch als Baumaterial eingesetzt.